Im zweiten Termin wurden verschiedene Ateliers den Schüler*innen vorgestellt. Anschließend konnten sie ganz frei ein Atelier wählen. Da das Atelier von mir und ein weiteres von keinem Kind ausgewählt wurden, wurden 4 Kinder, die sich selbst kein Atelier aussuchen wollten, auf die zwei Ateliers aufgeteilt. Zuerst war ich natürlich etwas enttäuscht, dass sich kein Kind für mein Angebot freiwillig gemeldet hat. Allerdings habe ich dann später gedacht, dass es für die Kinder sehr wichtig ist auch mal im Schulkontext wählen zu dürfen und selber entscheiden zu dürfen, wie sie ihre Zeit verbringen.
Mein Atelier bestand darin mit Gegenständen im Raum sich 1-Minute-Skulpturen nach der Arbeit des Künstlers Erwin Wurm auszudenken. Ich habe den Kindern Beispielbilder gezeigt und mit einem Stuhl vorgemacht, wie man eine 1-Minute-Skulptur damit machen kann. Im Nachhinein dachte ich auch, dass dieses Angebot sehr abstrakt ist und wahrscheinlich aus diesem Grund kein Kind freiwillig mitmachen wollte.
Anschließend haben wir zusammen probiert, wie man den Stuhl mit unserem Körper verbinden bzw. anziehen kann. Dann wurden Fotos im Flur gemacht, damit wir mal von außen sehen können, wie wir als Skulpturen aussehen.
Die Kinder waren sehr schüchtern. Deswegen hat Laura Delitala vorgeschlagen, dass man die Stühle auch als Requisite für ein „Rollenspiel“ wie zb Cowboy nutzen könnte. Daraufhin haben die Kinder angefangen mit den Stühlen zu bauen. Daraus ist dann im Flur ein Turm aus Stühlen entstanden. Die Kinder sind immer mehr aufgetaut und haben aus Eigeninitiative den Turm weiter gebaut und immer mehr Stühle geholt. Dann durften sie mit meinem Handy Fotos machen.
Ich habe daraufhin gefragt, wie wir unsere Skulptur nennen wollen. Dabei kam der Titel „Monster-Stuhl“ auf. Als Abschluss der Stunde hat die Schulklasse gemeinsam die Skulptur abgebaut: jedes Kind hat einen Stuhl wieder mit in den Unterrichtsraum genommen